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Gauck warnt vor „kultureller Arroganz“ – und spiegelt die eigene Überheblichkeit

Monika Schneider 28. November 2018 Aktuelles

Es gibt ja einige Leute aus dem linken Spektrum, die geben sich gerne mal liberal und versuchen, einen auf „Verständigung“ und „Debatte“ zu machen. Letztendlich bleibt aber nur Ausgrenzung, moralische Überheblichkeit und die Herabsetzung von Menschen, die eine andere Meinung vertreten. Auch der Bundesgauckler schlägt in letzter Zeit moderatere Töne an, die auf den ersten Blick versöhnlich klingen sollen, zwischen den Zeilen aber das alte Lied spielen von: „Wir sind die Guten – und mehr. Und ihr seid doof – und weniger.“ In meiner Kommentierung zu einem aktuellen Artikel in der Süddeutschen werde ich ihn mal entlarven – das wollen ja gerne alle immer mit der AfD machen.

„Einen moralischen Bann vorschnell auszusprechen, entspricht nicht den Prinzipien einer offenen, demokratischen Gesellschaft“, sagte das einstige Staatsoberhaupt am Dienstagabend vor mehr als 800 Studierenden in Essen, „es ist eben keine intellektuelle Leistung und keine politische Tugend, dem politischen Gegner die Debatte zu verweigern.“

Dieser Satz am Anfang ist der Köder im Artikel. Würde er hiernach aufhören zu reden, wäre es ein starker Satz eines Demokraten. Leider fährt er fort.

„Er nannte die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) während seiner Vorlesung im Audimax der Uni Essen-Duisburg zwar nicht ausdrücklich bei ihrem Namen. Der 78-jährige ehemalige Politiker bezog sich jedoch auf Wähler, die „eine Rückkehr zu einer überschaubaren, homogenen Nation“ und weniger Europa wünschten.“

Was ist daran falsch, die Übersicht und die Hoheit über das eigene Land zu haben? Bedarf nicht gerade Vielfalt einer gewissen Ordnung, um nicht ins Chaos abzudriften? Und was bedeutet in dem Zusammenhang „homogen“? Homogenität kommt von ὁμός homόs „gleich“ und γένεσις genesis „Erzeugung, Geburt“, also etwa: gleiche Beschaffenheit. Ist das nicht das Ziel der linksgerechten Gesellschaft, dass alle gleich werden? Gauck hat die Kritik an der EU nicht verstanden. Das Credo lautet nämlich: Ja zu Europa mit souveränen Einzelstaaten in einem freundschaftlichen Verbund. Nein zum Bürokratie-Monster EU.

„Viele Menschen seien verunsichert durch Globalisierung und Digitalisierung. Das mache sie anfällig für „die Angststrategien“ von Populisten, die „einfache Antworten, schnelle Entscheidungen, klare Hierarchien und weniger Verunsicherung“ versprächen. Gauck geißelte zudem scharf die von der Rechten oft wiederbelebte Vorstellung von einem „wahren Volk, das von einer korrumpierten Elite – in Politik, Medien, auch mal Wissenschaft und Kultur – bevormundet und übergangen“ würde.“

Die Digitalisierung läuft doch schon über etliche Jahre. Nur hinkt gerade Deutschland den internationalen Standards hinterher und es gibt noch zu viele Gebiete, die sich mit langsamem Internet rumschlagen müssen. Was weiß denn schon Gauck von der Internet-Technologie. Lachhaft. Dann dieses „Angst schüren“ der rechten Parteien. Nein, es ist doch gerade umgekehrt: die Zustände im Land und die Absichten der Regierung (Migrationspakt, Eurorettung etc.) machen den Menschen Angst. Und da sie sich nicht mehr vertreten fühlen von Politikern wie Gauck, suchen sie den Zusammenschluss mit Gleichgesinnten – und Antworten. Dahinter eine „Strategie“ zu vermuten, grenzt ja schon an Verschwörungstheorien. Und dann wünschte ich mir mal, in der jetzigen Politik gäbe es mal „einfache Antworten, schnelle Entscheidungen, klare Hierarchien und weniger Verunsicherung“. Das hat die AfD übrigens noch nie versprochen. Ganz im Gegenteil: die Funktionäre sprechen immer davon, dass es ein hartes Stück Arbeit sein wird, alles wieder ins Gleis zu stellen.

Und das Übergehen des Volkes durch die Regierung erleben wir gerade live anhand des Migrationspaktes. Erst versuchen sie, den Pakt ohne großes Aufsehen umzusetzen, um ihre Gesetzesbrüche zu legalisieren. Kritische Petitionen werden behindert und mit fadenscheinigen Begründungen verhindert. Dann wird eine (!) Petition zugelassen, die aber in der Wirkung verpufft, weil sie länger läuft als bis zur Unterzeichnung des Paktes. Kritiker werden mit der Nazikeule erschlagen und die positiven Seiten (die niemand von den Bürgern erkennt), werden bis zur Absurdität in Dauerschleife wiederholt.

„Gauck mahnte, die Politik müsse „Sensibilität zeigen für die Wirkweisen von Verunsicherung und Angst – und Gegenkräfte entwickeln.“ Eindringlich warnte er davor, sich dem Streit mit Wählern der Populisten zu entziehen. Überzeugte Demokraten dürften aus Abneigung gegenüber den „Führern und Verführern“ nicht deren Wähler ausgrenzen: „Die Verunsicherten sind mehrheitlich noch keine Demokratiefeinde. Sie sind zu gewinnen, wenn die Demokratie sie wahrnimmt und verständlich anspricht.“ Argumente statt Arroganz gegen die Alternative, das ist Gaucks Rezept.“

Wie will man gegen Angst „Gegenkräfte“ entwickeln, wenn die Ursachen konkreter Bedrohungen jeden Tag zunehmen? Und wer redet hier wieder vom „Führer“? Wie kann man sich überhaupt dieses Jargons bedienen? Und ich bin sicher einiges, doch seit mindestens 2015 nicht eine „Verunsicherte“, sondern eine „Aufgeklärte“. Und was für eine Unverschämtheit, immer anzunehmen, die Politiker würden richtig handeln, aber ihre Vorgehensweise würde vom dummen Wähler nicht verstanden und sie müssten sie noch besser erklären? „Argumente statt Arroganz – das wünschen wir uns alle von den Politikern, besonders von den linken Parteien.

„Zuvor hatte Gauck in seiner Rede gezielt an die Befürworter von Globalisierung und gesellschaftlichem Wandel appelliert, sich „achselzuckende Gleichgültigkeit und kulturelle Arroganz“ zu sparen. Gauck fügte hinzu: „Leisten wir uns als Demokraten tatsächliche Debatten mit Andersdenkenden und vor allem Anderslebenden!“

Das ist ja jetzt wohl die Höhe: was meint er denn mit „Anderslebenden“? Leute im Reihenhaus? Menschen, die gerne Nudeln essen? Oder meinte er die Nettosteuerzahler, die den Wahnsinn finanzieren müssen, die ihnen die Politik aufdrückt, die „anders“ leben als er mit seiner üppigen Staatsrente?

„Gauck beschrieb die Gefahr, dass immer mehr Menschen „Zuflucht in sich abkapselnde, identitätsstiftende Klein- und Kleinstgruppen“ suchten. Das untergrabe den Zusammenhalt der Gesellschaft.“

Was für ein Psychoanalytiker. Er weiß genau, in welchen Gruppengrößen sich Menschen treffen. Hat von sozialen Medien, Reichweiten und den Möglichkeiten der Vernetzung sicherlich kaum Ahnung. Er kann sich ja mal bei den Clanführern im Ruhrgebiet informieren, wie die es schaffen, mit einem Anruf 500 von ihnen in kurzer Zeit zu mobilisieren, die Polizisten aus ihren Vierteln zu vertreiben. DAS sollte ihn besorgen – und nicht, ob sich Menschen eine Identität geben. Identität bedeutet die Echtheit einer Person oder Sache; völlige Übereinstimmung mit dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird. Was ist dagegen einzuwenden? Und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zerstören Leute wie er, die spalten, anstatt zu einen.

„Zugleich forderte Gauck die Politik auf, den potentiellen Verlierern des wirtschaftlichen Strukturwandels und der Globalisierung beizustehen: „Sorgen wir in politischen Entscheidungen dafür, dass alle Menschen in unserem Land die Lasten der Veränderung gemeinsam tragen.“ So drohe etwa die Digitalisierung bis 2025 bis zu 1,6 Millionen Jobs zu vernichten.“

Fachleute reden davon, dass die Digitalisierung auch viele neue Jobs schaffen wird. Nur werden das oft Jobs sein, für die man Wissen und Verstand braucht – etwas, was viele Zuwanderer bekanntermaßen nicht mitbringen. Und das „gemeinsame Tragen der Lasten“, das er meint,  bei dem die Gewinne natürlich privatisiert und die Verluste solidarisiert werden, ist purer Sozialismus. Nein danke! Hatten wir schon mal. War Mist.

„Es sei immer ein Kernversprechen der Bundesrepublik gewesen, auch diesen Menschen eine neue Chance zu eröffnen. Wer den Wandel nicht bewältige, müsse zudem „auf die Solidarität der Gesellschaft zählen können und abgefedert werden.“

Nein, verflucht nochmal. Die Menschen müssen wieder lernen, außerhalb von Notsituationen, in die jeder mal geraten kann, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Die Krönung wäre dann in Gaucks feuchten Träumen sicher ein bedingungsloses Grundeinkommen ohne Gegenleistung. Was für ein Irrsinn.

„Gauck schloss seine gut einstündige Rede mit einem Plädoyer für Aufklärung und Patriotismus. „Aufgeklärt sind wir, weil wir nicht nachplappern, was so leicht und so gefährlich ist: „Right or wrong – my country“, rief er den Studierenden mit bebender Stimme zu. „Und Patrioten sind wir, weil wir Heimat haben in einem Land, das unseren Werten ein Zuhause bietet.“

Auch irgendwie nur schwer zu ertragen, wenn ein Mensch wie Gauck ohne erkennbaren Verstand das Wort „Aufklärung“ in den Mund nimmt und nicht erkennt, dass unsere Werte von den Linken im Land gerade verraten werden.

Link zum Artikel in der SZ.

About The Author

Monika Schneider ist ein Kind der 60er Jahre und lebt in Baden-Württemberg. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Seit 2015 schreibt sie auf Facebook gegen den extremen Linksruck im Land an. Sie bezeichnet sich selber als patriotisch (im Sinne von heimatliebend) und konservativ (im Sinne von nachhaltig und Werte bewahrend). Zugleich ist sie nicht nur beruflich bedingt ("irgendwas mit Medien"...) immer am Puls der Zeit. Linke Politik bedeutet für sie einen massiven Rückschritt gegen die Errungenschaften der Aufklärung. Deswegen setzt sie auf das neue dynamische Rechts, das heute massiv bekämpft wird - und vor Merkel die demokratische Mitte war.

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