Sonntag, Oktober 13, 2019
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Blutwurstgate – oder warum wir auch den Mettigel verteidigen müssen

Monika Schneider 2. Dezember 2018 Aktuelles

Wir leben in einer säkularen Gesellschaft, d. h. alle Fragen der Lebensführung werden im Sinne der Aufklärung (Kant) dem Bereich der menschlichen Vernunft zugeordnet – und nicht irgendeiner Weltanschauung in Form eines Glaubens. Staat und Religion sind getrennt. Anders wäre die Entwicklung zu eins der erfolgreichsten Länder der Welt mit nunmehr mehr als 70 Jahren Frieden und Wohlstand nicht möglich gewesen. Ok, die Finanzierung der Institution „Kirche“ haben sie entgegen dieses Grundsatzes beibehalten. Frei nach dem Motto „Bürgermeister zum Pfarrer: „Halt´ du sie dumm, ich halt´ sie arm.“ Aber ansonsten kann ich diesen Ansichten, Inhalten und Bräuchen gut aus dem Weg gehen, indem ich sie ignoriere oder in letzter Konsequenz aus der Kirche austrete – und das verstehe ich auch unter „Religionsfreiheit“: eben nicht glauben zu MÜSSEN, sondern mich frei dazu oder dagegen entscheiden zu können.

Trotzdem muss ich mich jeden Tag mit einer bestimmten Weltanschauung auseinandersetzen – sei es durch Nachrichten oder persönlichen Beeinträchtigungen durch Sonderregeln und vorgeschobene Rücksichtnahme – und mich mit teilweisen unverschämten und absurden Forderungen aus dieser Glaubensgemeinschaft heraus konfrontiert sehen. Und zusätzlich gibt es unter uns auch noch einige, die in vorauseilendem Gehorsam alles dafür tun, dass sich diese Leute hier so richtig wohl fühlen.

Staat und Kirche getrennt – das gilt für den Islam offensichtlich nicht. Oder warum braucht eine religiöse, also auch spirituelle Lebensweise „Verbände“, „Vereinigungen“ und „Sprecher und Führer“? Warum steht in deren Glaubensbuch so viel von Zwang und Gewalt? Und warum lese ich zu dem Thema nie etwas Gutes im Sinne von „Frieden, Weltverbesserung und Liebe“? Ich höre auch nie einen Vertreter von ihnen von „Toleranz, Güte und Großherzigkeit“ sprechen, sondern nur Klagen und Jammern über uns, die wir frei entscheiden wollen, WAS alle Menschen glauben, empfinden und fühlen wollen.

Die Blutwurst hat es an den Tag gebracht, warum es mit Menschen, die den Islam fundamentalistisch leben, nie ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben geben kann. Wer sich schon dadurch gestört fühlt, dass neben anderen Speisen, die man mag, auch eine Speise angeboten wird, die eine Vielzahl von anderen Menschen traditionsbedingt essen wollen und die man einfach nur nicht beachten müsste, um das Prinzip „Leben und leben lassen“ zu achten, der hat das Zusammenleben von unterschiedlichen Menschen in ihrer Vielfalt nicht begriffen, verinnerlicht und akzeptiert – und wird diese Freiheit auch nie verteidigen wollen.

Unsere Politiker machen es sich viel zu einfach. Anstatt zu sagen „Der Islam gehört zu uns“ oder „Der Islam gehört nicht zu uns“, sollten sie lieber sagen: „Menschen, die anderen vorschreiben wollen, wie sie aufgrund ihres persönlichen Glaubens, einer Weltanschauung, Sozialisation oder Kultur leben dürfen, haben in einer liberalen und aufgeklärten Gesellschaft keinen Platz. Es gibt genug Diktaturen in der Welt, in denen sie sich wohlfühlen können.“

Der Haken: dann müssten sie Rückgrat zeigen – und alle Grünen und Linken sich auch fragen, ob sie dazugehören oder nicht.

 

 

Foto: Pixabay

About The Author

Monika Schneider ist ein Kind der 60er Jahre und lebt in Baden-Württemberg. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Seit 2015 schreibt sie auf Facebook gegen den extremen Linksruck im Land an. Sie bezeichnet sich selber als patriotisch (im Sinne von heimatliebend) und konservativ (im Sinne von nachhaltig und Werte bewahrend). Zugleich ist sie nicht nur beruflich bedingt ("irgendwas mit Medien"...) immer am Puls der Zeit. Linke Politik bedeutet für sie einen massiven Rückschritt gegen die Errungenschaften der Aufklärung. Deswegen setzt sie auf das neue dynamische Rechts, das heute massiv bekämpft wird - und vor Merkel die demokratische Mitte war.

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